Die Frau hinter Dschahângîr – die “Mogulkaiserin” Nûr Dschahân

Bekanntermaßen bin ich immer wieder besonders begeistert vom indischen Mogulherrscher Dschahângîr (regierte 1605-1627) und seinen Memoiren, in denen er wie einem Tagebuch von den Ereignissen am Mogulhof berichtet. Besonders interessant sind seine Schilderungen der Tiere und Pflanzen Indiens. Doch es klingen auch persönliche Töne an, so zum Beispiel über seine unglückliche erste Ehe mit seiner Cousine Mân Bai. – seine Affäre mit der Kurtisane Anarkali (falls es sie denn je gegeben hat), wurde jedoch nicht erwähnt.

Erst mit seiner 20. und letzten Ehefrau Mehr un-Nisâ (genannt Nûr Dschahân) schien er auch sein privates Glück gefunden zu haben. In einem älteren Beitrag habe ich von Nûr Dschahâns Aufstieg vom persischen Flüchtling zur einflussreichen indischen Mogulkaiserin an der Seite des Herrschers Dschahângîrs berichtet.

Heute  beleuchte ich nochmals die Figur der Nûr Dschahân und zeige, wie diese ihren Aufstieg zur wichtigsten Person am Mogulhof vollzog.

Unterstützung in Hofkreisen

Als Dschahângîr 1611 Nûr Dschahân zu seiner zwanzigsten Ehefrau (!) machte, war die Braut am Hof des Mogulkaisers keine Unbekannte. Ihr Vater Ghiyâs ud-Dîn (st. 1622) war bereits unter Dschahângîrs Vater Akbar (reg. 1556 bis 1605) im Staatsdienst gewesen. Auch Nûr Dschahâns erster Ehemann Shêr Afghân (ermordet 1607) war am Hof tätig gewesen. Kurz nachdem Nûr Dschahân verwitwet war, wurde sie zur Hofdame von Akbars Witwe Ruqaiya Begum  (st. 1626) ernannt. Nun siedelten Nûr Dschahân und ihre Tochter Ladlî Begum endgültig nach Agra in den königlichen Harem über.

Zwei Frauen traten dabei als besondere Förderinnen Nûr Dschahâns auf: Dschahângîrs leibliche Mutter Jodha Bai / Maryam uz-Zamânî und Ruqaiya Begum selbst, in deren engstem Umfeld Nûr Dschahân nun lebte. Ruqaiya Begum hatte ja Dschahângîr großgezogen und stets eine enge Beziehung zu ihm gehabt.

Ruqaiya Begum dürfte eine entscheidende Bedeutung für die Begegnung ihres Ziehsohnes und ihrer Hofdame gehabt haben, die zur Heirat im Jahr 1611 führte.

Danach gab es mehrere Bereiche, in denen sich in der Folgezeit Nûr Dschahâns Einfluss widerspiegelte:

  • Nûr Dschahâns Anordnungen und Edikte in ihrem Namen
  • Münzen mit ihrem Namen

Zunächst einmal ist es interessant, dass Dschahângîr seiner Ehefrau den offiziellen Namen Nûr Dschahân – Licht der Welt – verlieh. Dieses entspricht der Bedeutung der Lichtsymbolik, die er selbst für sich als so wichtig erachtete. Sein eigener Beiname war Nûr ud-Dîn – Licht der Religion. So wie sein Vater Akbar war Dschahângîr davon überzeugt, dass der Herrscher göttliches Licht aufnimmt und ausstrahlt. In der Mogulkunst zeigte sich das in der Kunst: so wurden die Mogulherrscher von Akbars Herrschaftszeit an oft mit einem Heiligenschein dargestellt. Es gibt im übrigen auch mehrere Bilder, auf denen Nûr Dschahân genau wie Dschahângîr mit einem Heiligenschein zu sehen ist.

Doch Nûr Dschahân hatte am Hof andere Freiheiten, die ansonsten nur den Männern des Hofes vorbehalten war. Akbar hatte Wert darauf gelegt, dass die Frauen seines Hofes die strengen Richtlinien des Harems einhielten. Nûr Dschahân jedoch trat auch öffentlich in Erscheinung. Zudem sind, wie erwähnt, ihre Spuren in verschiedenen Dokumenten und auf Münzen zu finden.

Die Erlasse Nûr Dschahâns

Ich hatte bereits in einem Beitrag über Dschahângîrs leibliche Mutter Jodha geschrieben, dass diese Verfügungen erlassen durfte, die vor allem mit dem Handel zu tun hatten. Auch Akbars Mutter Hamîda Bano Begum war bekannt für einige Erlasse. Diese Erlasse von einer Königinmutter waren nach der zentralasiatischen Tradition als hukm bekannt. Erlasse von einer Schwester oder Ehefrau eines Herrschers waren als nishân bekannt. Sie befassten sich mit weniger bedeutenden Angelegenheiten als die Verfügungen des Herrschers, die man farmân nennt. Nûr Dschahâns Erlasse jedoch waren viel weitreichender als die der anderen Frauen bei Hofe – in ihnen erfolgten militärische Ernennungen, Festsetzungen von Landbesitz und Besteuerungen (Lal: Empress, S. 141). Nûr Dschahân hatten also Inhalte wie ein farmân und waren unterzeichnet mit Nûr Dschahân Pâdshâh Begum – und Pâdshâh bedeutet “Großkönig”. Einige von Nûr Dschahâns Erlassen sind übrigens noch bis heute erhalten und befinden sich in verschiedenen Museen dieser Welt.

Die Münzen

Ebenso erhalten sind einige Münzen, die neben dem Namen Dschahângîrs auch den Nûr Dschahâns enthielt – ebenso mit dem Titel Pâdshâh Begum. Der Text auf einer Münze lautet (Lal: Empress, S. 143).

Durch die Order von Shâh Dschahângîr

Wurde dem Gold hundert Ehren hinzugefügt

Durch die Hinzufügung des ihres Namens auf ihm

Nûr Dschahân Pâdschâh Begum

Diese Erwähnung des Namens ist sehr ungewöhnlich und zeigt die Macht der Nûr Dschahâns.

Es gab noch weitere Beispiele zu Nûr Dschahâns außergewöhnlicher Stellung bei Hof, so zu Beispiel ihre (halb-)öffentlichen Auftritte bei Paraden des (männlichen) Hofstaates, die Erwähnung ihres Namens beim Freitagsgebet (zusätzlich zu dem des Herrschers) oder ihre Fähigkeiten bei der Tigerjagd.

Nûr Dschahân war wahrscheinlich eher die Frau “neben” Dschahângîr, nicht “hinter” ihm, auch wenn die Ihr Beispiel zeigt, dass Frauen des Harems zu großer Macht und Einfluss gelangen konnten – selbst wenn es sich “nur” um Einzelfälle handelte.

Literatur:

Ruby Lal: Empress. The Astonishing Reign of Nur Jahan. New York et al., 2018 (Kindle Edition)

Das Beitragsbild zeigt eine idealisierte Darstellung Nûr Jahâns.  LACMA [1] [Public domain]

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Keine Geschwisterliebe – Razia Sultan (st. 1236) und ihr Bruder Mu’izz ud-Dîn

Dass die Beziehungen zwischen Geschwistern kulturübergreifend in vielen Familien schwierig sein können, hatte ich ja bereits in meinem Beitrag über die Streitigkeiten am indischen Mogulhof zwischen Kronprinz Salîm (dem späteren Herrscher Dschahângîr, st. 1627) und seinem Bruder Dânyâl (st. 1605).

Auch bereits dreihundert Jahre vorher, unter der Herrschaft des Sultanats von Delhi kam es zu heftigen Auseinandersetzungen um die Nachfolge Sultan Iltutmishs (st. 1236). Iltutmish, einst selbst ein Militärsklave, hatte den Thron (masnad) von seinem Schwiegervater Qutb ud-Dîn Aibek geerbt und die Herrschaft der Sklavendynastie gefestigt.

Die türkische Elite

Iltutmishs Herrschaft wurde durch die sogenannten Chihalgani ( Turkân-e Chihâlgânî, “die Gruppe der 40”) entscheidend gefestigt. Die Chihalgani war ein Rat aus 40 Verwaltungs- und  Militärsklaven, die die wichtigsten Ämter im Staat übernahmen. Ohne ihre Zustimmung konnte – wie wir noch sehen werden – niemand Herrscher werden oder sich lange an der Macht halten.

Doch zurück zu Iltutmish und seinen Nachfolgern. Die Quellen berichten davon, dass Iltutmish nicht viel von seinen drei Söhnen Nasîr ud-Dîn, Rukn ud-Dîn und Mu’izz ud-Dîn hielt und der Ansicht war, dass seine Tochter Razia Sultan über größere Fähigkeiten verfügte als seine Söhne. Als Nasîr ud-Dîn überraschend noch vor seinem Vater vertarb, war es Iltutmishs Plan, Razia Sultan zu seiner Nachfolgerin zu bestimmen. Als Iltutmish 1236 starb, wurde jedoch nicht Razia, sondern Rukn ud-Dîn Sultan. Rukn ud-Dîn, Sohn Iltutmishs und der Kurtisane Shâh Turkân, hatte zu diesem Zeitpunkt die Unterstützung der Chihalgani und konnte Herrscher werden.

Herrschaft und Ermordung Razia Sultans

Sowohl Razia als auch Mu’izz ud-Dîn gaben ihre Herrschaftsansprüche auf den Thron Delhis nicht auf. Das Schicksal der Thronanwärter lag jedoch auch in den Händen der Chihalgani. Rukn ud-Dîn verlor bereits sechs Monate, nachdem er zum Sultan geworden war, die Zustimmung der türkischen Elite. Grund dafür waren offensichtlich sein unberechenbares Verhalten sowie seine Verschwendungssucht. Die Chihalgani beschlossen also die Ermordung Shâh Turkâns und Rukn ud-Dîns und Razias Thronbesteigung im Jahr 1236. In dieser Frage der Herrschaft von Frauen  waren die türkischen Notabeln uneins – einige befürworteten eine Herrscherin, andere nicht. Diese schlugen sich zum Teil auf die Seite abtrünniger Provinzherrscher, gegen die Razia erfolgreich einen Krieg führte.

Andere Mitglieder der Chihalgani rebellierten nicht offen gegen Razia, sondern unterstützten heimlich Mu’izz ud-Dîn.

Als der Statthalter von Lahore 1240 gegen Razia rebellierte, zog Razia mit ihrem Ehemann Malik Altunia, dem Herrscher von Bathinda, gegen ihn. Doch Mu’izz ud-Dîn unterstützte den Statthalter von Lahore und schickte Malik Tigin mit seinen Truppen gegen Razia und Altunia. Diese wurden geschlagen und auf der Flucht nach Delhi von Malik Tigins Truppen ermordet.

Mu’izz ud-Dîn bestiegt 1240 nach dem Tod seiner Geschwister den Thron von Delhi. Er wurde unter seinem Thronnamen Mu’izz ud-Dîn Bahrâm Schâh bekannt. Obwohl er Sultan war, wissen wir leider sehr wenig über ihn. Schon alleine über seine Mutter ist nichts bekannt.

Ein schwacher Herrscher

Das Bild von Mu’izz ud-Dîn, das in der TV-Serie Razia Sultan von ihm gezeichnet wird, ist wenig schmeichelhaft:  er wird als völlig verweichlichtes Muttersöhnchen dargestellt – die Ursachen dafür seien, so die Serienmacher,  in der späten Schwangerschaft der Mutter sowie in deren Alkoholkonsum während dieser Zeit zu sehen. Zu derartigen Behauptungen gibt es keine Belege in den wenigen vorhandenen Quellen. Die Person hinter dem Sultan Mu’izz ud-Dîn bleibt blass.

Während die Quellen über Mu’izz ud-Dîns Bruder Rukn ud-Dîn sehr ausführlich berichten und dessen Verschwendungssucht und Geltungsdrang anprangern, finden sich über Mu’izz ud-Dîn solche Informationen nicht. In der vielleicht bedeutendsten Quelle über die Zeit des Delhi Sultanats – dem Reisebericht (“Rihla“) des marrokaninischen Gelehrten Ibn Battûta (st. 1377) – erscheint Mu’izz ud-Dîn gar nicht erst.

Auch in der wichtigen Quelle Tabaqât-e Akbarî von Nizâm ud-Dîn Ahmad (st. 1621) bleiben die Informationen über ihn nur schemenhaft (engl. Übersetzung B. De, Calcutta 1927, Bd. 1, 78 ff.).

Auffällig sind seine engen Beziehungen zu den Chihalgan, den türkischen Notabeln. Mu’izz ud-Dîns Schwester war mit Malik Ikhtiyâr ud-Dîn verheiratet, der wohl in Wahrheit die Regierungsgeschäfte für Mu’izz führte.

Ein Vorfall verdeutlicht jedoch auch die Befindlichkeiten Mu’izz ud-Dîns. Sein Schwager Malik Ikhtiyâr ud-Dîn soll an den Toren seines Palastes regelmäßig einen großen Kriegselefanten angebunden (und somit der Öffentlichkeit gezeigt) haben. Dieses sei jedoch dem Sultan vorbehalten gewesen.

Mu’izz ud-Dîn ud-Dîn fühlte sich dadurch in seiner Ehre als Sultan gekränkt und ließ Malik Ikhtiyâr ud-Dîn von den anderen Chihalgan ermorden.

Er selber erlitt jedoch dasselbe Schicksal. Im Dezember 1241 überfiel der mongolische Herrscher Ögedei Khân (st. 1241), ein Sohn Dschingis Khâns, die Stadt Lahore (heute Pakistan), die Stadt Lahore. Lahore gehörte zu diesem Zeitpunkt ebenfalls zum Delhi Sultanate. Bevor die mongolischen Truppen wieder abzogen, zerstörten sie die Stadt und ermordeten unzählige Bewohner.

Mu’izz ud-Dîn war zu schwach, um Lahore zu schützen und zu verteidigen. Die Turkân-e Chihalgan ließen Mu’izz ud-Dîn daraufhin 1242 ermorden. Sein Nachfolger wurde sein Neffe, Alâ ud-Dîn Mas’ud, der Sohn von Rukn ud-Dîn. Dieser herrschte immerhin vier Jahre.

Insgesamt wird hier wieder deutlich, dass es nicht selbstverständlich war, dass ein Herrscher sich aus eigener Kraft an der Macht halten konnte – und dass es auch am Hof des Delhi Sultanats viele unterschiedliche Interessengruppen gab.

Beitragsbild:

Das Beitragsbild zeigt eine sehr seltene von Mu’izz ud-Dîn herausgegebene Münze. Es unterliegt der Wikimedia Common License.

Mohammed Tariq [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], from Wikimedia Commons.

Literatur:

Siehe die Hinweise im Beitrag

Akbars Kirche in Agra (Weihnachtsspecial 2018)

Agra, die Hauptstadt des Mogulkaisers Akbar (reg. 1556-1605) ist heutzutage vor allem bekannt für das Tâdsch Mahal, das von Akbars Enkel Schâh Jahân (reg. 1627-1656) als Grabmonument für seine Ehefrau Mumtâz Mahal (st. 1631) erbaut wurde. Weniger bekannt ist dass in Agra eine der ersten katholischen Kirchen Nordindiens entstand: diese Kirche ist als Akbars Kirche bekannt, im Englischen Akbar’s Church.

Akbars Interesse am Christentum

In diesem Blog war schon häufiger von Akbars Interesse für alle Religionen die Rede. Akbars Faszination für das Christentum schlug sich in der zeitgenössischen Malerei nieder, so dass auf Bildern der Herrscher mit einem Heiligenschein zu sehen war, umgeben von Engeln. Sogar eine Jesusbiographie wurde für den Herrscher geschrieben. Dies alles geschah, nachdem mehrere Jesuitenmissionen auf Einladung Akbars an den Mogulhof gekommen waren und sich mit Akbar über den katholischen Glauben ausgetauscht hatten.

Doch Akbar förderte nicht nur durch diese Maßnahmen das Christentum in seinem Reich. In seiner Hauptstadt Agra gestattete er christlichen armenischen Händlern sich niederzulassen, zu handeln und auch ihren Glauben auszuüben. Die Armenier gehörten mehrheitlich der Armenischen Apostolischen Kirche an, die zu den orientalisch-orthodoxen Kirchen gehört.

Eine der ältesten katholischen Kirchen Indiens

Ab 1580 gab es dann mehrere katholische Jesuitenmissionen von Goa an Akbars Hof in Agra bzw. Fatehpur Sikri. Schon die Mitglieder der ersten Jesuitenmission drängten Akbar, eine katholische Kirche zu erbauen und die Mission unter Muslimen zuzulassen. Akbar war mit der Errichtung einer katholischen Kirche einverstanden und wies den Jesuiten ein Grundstück in der Nähe des armenischen Viertels zu. Außerdem spendete er einen großen Betrag für den Bau der Kirche.

Mit dem Bau der Kirche wurde 1598 begonnen, fertig gestellt wurde sie 1599, nach anderen Angabe 1600. Doch Akbar finanzierte nicht nur den Bau der Kirche, sondern interessierte sich auch im Nachgang des Baus für die dort stattfindenden Aktivitäten.

Weihnachten in der Kirche

So gibt es Berichte, dass Akbar zu Weihnachten die Kirche aufsuchte (z.B. Grewal, 94 f.), vor allem, um sich dort die Krippe anzuschauen. Akbar war scheinbar fasziniert von der Darstellung des neugeborenen Jesus, der Hirten und der Tiere. Die Anfertigung der Krippe war von den Jesuiten in Italien beauftragt worden. Akbar kam nicht alleine in die Kirche, auch einige Frauen aus dem Harem sowie einige Prinzen besuchten das Gotteshaus. Die Frauen brachten Kerzen mit. Zum Empfang der Gruppe aus dem Palast läuteten die Kirchenglocken und die Priester erwarteten zur Begrüßung Gäste vor der Kirche.

Die Krippe in Akbar’s Church war nicht nur ein Anziehungspunkt für Akbar, sondern für die ganze Bevölkerung Agras. 1610, also schon zur Regierungszeit von Akbars Sohn Prinz Salîm / Kaiser Dschahângîr, öffneten die Jesuiten nach den Weihnachtsfeiertagen die Krippe für die Öffentlichkeit. Innerhalb der nächsten vierzig Tage sollen mehr als 14.000 Besucher – sowohl Hindus als auch Muslime in die Kirche gekommen sein, um sich die Krippe anzuschauen (Maclagan, 331).

Unter Akbars Herrschaft waren sowohl die jesuitische Mission als auch die Errichtung des Kirchengebäudes ein Erfolg. Im letzten Jahr von Akbars Herrschaft (1604) konvertierten vierzig Muslime zum Christentum und empfingen in Akbar’s Church das Sakrament der Taufe. Zwei Jahre später zählte die christliche Gemeinde in Agra siebzig Mitglieder.

Es spricht für Akbars Religionspolitik, dass er die Missionierung verschiedener Religionen duldete. Nicht umsonst ist die Kirche in Agra auch heute noch unter Akbar’s Church bekannt.

Akbars Kirche erlebte im Laufe der Zeit Zerstörung und Wiederaufbau – doch davon soll in einem anderen Blogbeitrag die Rede sein.

Literatur (Auswahl)

R.Grewal: In the Shadow of the Taj: a Portrait of Agra. New Delhi: Penguin,2007.

E. Maclagan: The Jesuits and the Great Mogul. London: Burns et. al., 1932.

Das Beitragsbild “Akbar’s Church” steht unter der Creative Commons License 3.0Peter Potrowl [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) or GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html)], from Wikimedia Commons

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Die muslimische Herrschaft in Indien: führte Qutb ud-Dîn Aibek (st. 1210) einen dschihâd?

Bisher hatte ich mich in meinen Beiträgen über das Delhi Sultanate auf Razia Sultan (st. 1236) bzw. ihren Vater Iltutmish (st. 1236) konzentriert. In dem heutigen Blogpost möchte ich einen weiteren Schritt zurück gehen, und auf die Regierungszeit von Qutb ud-Dîn Aibek (1150-1210) schauen. Ohne Zweifel war er es, der eine muslimische Herrschaft in größeren Gebieten Indiens (damit meine ich die heutigen Nationalstaaten Indien und Pakistan) etablieren konnte.

Islamische Herrschaft

Ohne Zweifel hatte die Dynastie der Ghaznaviden bereits den Grundstein für die muslimische Herrschaft in Gebieten des Punjab gelegt, doch erst die Eroberung der nördlichen Gangesebene brachte die Möglichkeit der dauerhaften Herrschaft. Qutb ud-Dîn setzte die lokalen Herrscher (Könige, rânas) nach seinem Sieg nicht ab, sondern beließ sie als Herrscher in den jeweiligen Gebieten. Sie mussten ihm Tribut zahlen und auch Truppen stellen. Schon bei den Ghaznaviden gab es hinduistische Soldaten im Heer, doch nun erfolgte die Zusammenstellung der Truppen noch häufiger und organisierter. Qutb ud-Dîn hatte nun “râ’îs (Anführer) und rânas (Könige) in jeder Himmelsrichtung”, die wie Hasan Nizâmî (lebte im 12. und 13. Jh) schrieb, “an den Hof des erhabenen Aybegs kamen, und dort den Boden berührten” – gemeint ist, dass sie seine Überlegenheit anerkannten und den unreinen Boden zu seinen Füßen berührten.

Ein Krieg gegen die Ungläubigen?

Es ist jedoch anzuzweifeln, dass alle Eroberungen Qutb ud-Dîns von langer Dauer und nachhaltig waren und schon zur dauerhaften Herrschaft führten. Ebenso zweifelhaft sind die Aussagen, dass die muslimischen Eroberungen dazu dienten, den Götzendienst der Hindus zu verhindern.

So berichtete Fakhr-i Mudabbir (st. 1236) (Übersetzung aus dem Englischen CP, zitiert nach Jackson, S. 20)

Städte der Ungläubigen wurden Städte des Islam. Anstelle von Bildern verehren sie nun den Höchsten. Tempel der Götzen wurden zu Moscheen, Schulen (madrashâ) und Klöstern (khânqâhhâ). Jedes Jahr werden mehrere Tausend Männer und Frauen zum Islam gebracht.

Anhand der (bisher) vorliegenden Zahlen wurden jedoch nicht so viele Tempel zerstört bzw. umgewandelt wie uns die obige Quelle glauben macht. Zudem scheint es so zu sein, dass das Verhalten der Eroberer davon abhing, ob sich eine Stadt bzw. ihre Führung kooperativ verhielt – wenn ja, wurden Tempel und andere Institutionen zumeist verschont.

Insgesamt schienen die Herrscher der Sklavendynastie weniger von religiösen Motiven als von Machtinteressen geleitet gewesen zu sein. Und natürlich war die Aussicht auf eine reiche Beute ein weiteres gewichtige Interesse. Die Hofschreiber hingegen stellten die Kämpfe der Herrscher der Skalvendynastie als Heiligen Krieg dar und legitimierten so die Eroberungen mit islamischer Rhetorik. Der Kampf der Herrscher der Sklavendynastie wurde nun zu einem religiösen Krieg gegen die Hindu-Mehrheit erklärt.

Das islamische Element spielte unter der Herrschaft Qutb ud-Dîns Aibeks noch nicht die Rolle wie zu späteren Zeiten des Sultanats von Delhi und der Mogulherrscher. Für die Schreiber der Chroniken war es jedoch sehr wichtig, ihre Auftraggeber als ideale islamische Herrscher mit Autorität darzustellen. Inwieweit diese Sichtweise der Realität entsprachen, muss in weiteren Forschungen geklärt werden

Literatur:

Jackson, Peter: The Delhi Sultanate: A Political and Military History. Cambridge, CUP (Kindle Edition)

Beitragsbild:
Das Bild zeigt das Mausoleum von Qutb ud-Dîn Aibek im Anarkali-Bazar in Lahore (Pakistan). Es unterliegt der Creative Commons License.
Ibnazhar [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], from Wikimedia Commons

 

Diwali: Das Festival der Lichter am Mogulhof

Heute, am 7. November 2018, wird in den hinduistisch geprägten Gesellschaften Südasiens aber auch in der Diaspora das Lichterfest Diwali statt. Dieses Fest wird von dem hinduistischen Kalender bestimmt und beginnt am 15. Tag des Monats Katika, der durch den Stand von Sonne und Mond festgesetzt wird. In Nordindien gilt dieser Tag auch als Beginn des neuen Jahres.

Bedeutung

Diwali erinnert der Überlieferung nach an die Rückkehr der Gottheiten Rama, Sita und Lakshman nach einem langen Exil in ihre Heimatstadt Ayodhya. Die dortige Bevölkerung zündete Kerzen und Lampen an, um den Gottheiten den Weg zu erleuchten. Wie viele Festlichkeiten symbolisiert Diwali so den Sieg des Lichtes über die Dunkelheit und des Guten über das Böse.

Am Mogulhof

Der indische Mogulherrscher Akbar (reg. 1556-1605) war dafür bekannt, dass er an seinem Hof Feste und Feierlichkeiten vieler Religionen seines Reiches feierte. Sein Chronist Abû l-Fazl notierte:

Er wollte die Religionen verstehen, um besser zu herrschen. Und Feierlichkeiten waren ein fröhlicher Weg dieses zu tun.

Wir hatten auf diesem Blog schon darüber berichtet, dass das persische Neujahrsfest Nourûz und das Frühlingsfest Holi intensiv gefeiert wurden. Während diese Feste ja im Frühling gefeiert wurden, markiert Diwali das Ende des Monsoons und der Erntezeit. Traditionell begannen die Moguln nach Diwali auch die Feldzüge, da ja die Männer des Dorfes nun nicht mehr für die Feldarbeit benötigt wurden.

Dass Akbar und sein Sohn Salîm / Dschahângîr damit begannen, Diwali am Hof von Agra zu feiern, lag vor allem an ihren Hindu-Ehefrauen: sowohl Akbars Ehefrau Jodha / Maryam uz-Zamâni (die Mutter Salîms) als auch Salîms Ehefrauen Mân Bai und Jagat Gosain waren ja Hindus geblieben und praktizierten ihren Glauben weiter.

In seinen Memoiren (The Jahangirnama, ed. / transl. W.M. Thackston, Oxford 1999, 147) berichtet Dschahângir interessanterweise davon, dass Diwali eine Feierlichkeit der Kaste der Vaishyas, der Händler und Hirten, sei. Diese würden den Tag mit Spielen und Feierlichkeiten verbringen. Zudem glaubten sie, dass ein Bankkonto (Engl. account, hier vielleicht eher Geschäft), das an diesem Tag begonnen wurde, besonders erfolgreich sei.

Vor dem Hintergrund dessen, dass Dschahângîr bereits in seiner Kindheit die Diwali-Feierlichkeiten in Agra mitbekommen hatte, verwundert die Äußerung. Es könnte aber auch daran liegen, dass die Moguln häufig nicht die Bezeichnung Diwali verwendeten, sondern den Begriff Jashn-e chighangân, Lampenfest.

Lampen und Lichter

Ebenfalls erstaunlich ist die Aussage Blakes, dass der Mogulherrscher Shâh Dschahân, also Akbars Urenkel (st. 1666), das Fest nicht beging (Blake: Time in Early Modern Islam, 89).

Dabei war es gerade Shâh Dschahân, der die Diwali-Feierlichkeiten in Delhi besonders  pompös beging. Nachdem er seine Hauptstadt von Agra nach Delhi verlegt und das Rote Fort zum Symbol seiner Macht wurde, feierte er Diwali mit großer Pracht. Er  war der erste, der die so genannten Himmelslampen (âkâsh chighân) aufstellte. Diese wurden auf einer fast 40 Meter hohen Konstruktion aufgestellt und strahlten so hell, dass sie nicht nur das Rote Fort, sondern auch im  Chandni Chowk zu sehen waren.

Spätere Mogulherrscher ließen auch prachtvolle Feuerwerke abbrennen, um Diwali gebührend zu feiern.

Unislamischer Brauch?

Es soll nicht verschwiegen werden, dass es von muslimischer Seite nicht nur positiv betrachtet wurde, dass Diwali mit großem Pomp gefeiert wurde.

Der bedeutende islamische Reformer Sayyid Ahmad Sirhindî (st. 1624) kritisierte die Diwali-Feierlichkeiten unter Muslimen – und erteilte einen Seitenhieb auf muslimische Frauen und ihre angebliche Anfälligkeit für unislamische Neuerungen (bida’) (Blake: Time in Early Modern Islam, 89).

Während Diwali feiern die ignoranten Muslime, vor allem die Frauen, die Zeremonien. Sie feiern es wie ihr eigenes ‘id (gemeint ist: wie ein muslimisches Fest, CP) und schicken Geschenke an ihre Töchter und Schwestern. Sie färben ihre Töpfe, füllen sie mit rotem Reis und versenden sie als Geschenk. Sie verleihen dieser Festlichkeit viel Bedeutung und Gewicht.

1665 führte die Kritik von muslimischer Seite dazu, dass Akbars Urenkel Aurangzeb (st. 1705) die Diwali-Feierlichkeiten am Mogulhof abschaffte. Ihm waren vor allem Alkoholkonsum und Würfel- und Kartenspiel ein Dorn im Auge.

Das änderte aber nichts daran, dass die späteren Mogulherrscher die Diwali-Feierlichkeiten wieder einführten. Bis die Briten 1857 die endgültige Herrschaft übernahmen, wurde Diwali im Red Fort gefeiert.

Literatur:

Blake, Stephen P. Time in Early Modern Islam. Calendar, Ceremony, and Chronology in the Safavid, Mughal, and Ottoman Empires. Cambridge: CUP 2013.

Beitragsbild:

By Karanchheda13495 [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], from Wikimedia Commons

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Hinweis: Unsere Beiträge zur Geschichte der Moguln

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Die neun Juwelen am Hofe Akbars, Teil 3: Abû l-Fazl (st. 1602)

In zwei älteren Beiträgen hatte ich schon  einiges zu den “Neun Juwelen”, den wichtigsten Gelehrten am Hof des Mogulkaisers Akbar (st. 1605), geschrieben und ‘Abd ur-Rahîm Khân-e Khânân (st. 1627)  sowie den Musiker Tânsen (st. 1586) vorgestellt.

Heute soll es um den Mann gehen, der die wohl bedeutendste Quelle zum Hofleben  Akbars, das Akbar-nâma,  geschaffen hat: Abû l-Fazl b. Mubârak, genannt Abû l-Fazl ‘Allâmî (st. 1602).

Abû l-Fazl  entstammte einer prominenten Familie: sein Vater Shaikh Mubârak (st. 1593), war ein bedeutender Gelehrter, der ursprünglich aus Rajasthan stammte, und  sich in Akars Hauptstadt Agra niederließ. Shaikh Mubârak stand jedoch nicht in Kontakt zum Hof der Moguln. Abû l-Fazls Bruder Abû l-Faiz “Faizî” war der bedeutendste Dichter am Hof Akbars und zählte selbst zu den neuen Juwelen Akbars. Über ihn werde ich noch einen eigenen Beitrag verfassen.

Beide Brüder erhielten von ihrem Vater Shaikh Mubârak  bis im Alter von etwa 15 Jahren eine gründliche Ausbildung in religiösen Disziplinen, arabischer Grammatik, Mystik, Medizin und (griechischer) Philosophy. Schon früh interessierte er sich auch für den Hinduismus. Mit etwa zwanzig Jahren führte Abû l-Fazl das Leben eines asketischen Gelehrten – nach heutigen Maßstäben würde man anhand der Quellen sagen, dass Abû l-Fazl unter Depressionen litt und sich von der Außenwelt zurück zog. Anders als sein Bruder hielt er sich auch von Hofkreisen fern. Erst durch Einwirken eines Freundes nahm Abû l-Fazl seine Studien wieder auf.

Zudem geriet zur selben Zeit sein Vater Shaikh Mubârak  in Konflikt mit einigen Gelehrten, die den Islam in Fragen der Mystik (Sufismus) strikter auslegten als er. Shaikh Mubarak verließ Agra und lebte einige Zeit in Delhi, kehrte später aber nach Agra zurück.

Das Leben am Hof Akbars

Etwa 1574 kam Abû l- Fazl erstmals an den Hof Akbars, wo er sofort Eindruck auf dne Mogulherrscher machte. Dieser hatte bereits zehn Jahre zuvor angefangen, einen theologischen Austausch zwischen den Religionen am Hof anzufangen. Dazu gab es wöchentliche Diskussionen in dem neu geschaffenen ‘ibâdat-khâna. Doch Akbar musste feststellen, dass die Mehrheit der Gelehrten und persisch-sprachigen muslimischen Eliten seines Hofes nicht bereit waren, sich mit den Lehren des Hinduismus oder Christentums auseinander zu setzen. Aus diesem Grund begründete Akbar ein maktabkhâna (Schreibbüro / Bibliothek), in dem Werke des Hinduismus wie z.B. das Ramayana oder das Mahabarata aus dem Sanskrit ins Persische übersetzt. Diese von Akbar geschaffene Tradition wurde unter Salîm / Dschahângîr fortgesetzt. Abû l-Fazl übersetzte sogar die Bibel ins Persische, so dass die Lehren des Christentums auch an Akbars Hof bekannt wurden.

Freund und Sekretär Akbars

25 Jahre lang war Abû l-Fazl Akbars Sekretär und auch sein persönlicher Freund. Durch Abû l-Fazl konnte Akbar seine Projekte durchführen und sich selbst als perfekter Herrscher inszenieren.

Susanne Kurz hat in ihrem Beitrag “Gott ist groß – Gott ist Akbar” genau darauf hingewiesen. Ohne Abû -Fazls Wirken wäre dieses nicht möglich gewesen. Besonders ein Dekret (Persisch: farmân) aus dem Jahr 1579 war besonders  wichtig: hierdrin wurde festgelegt, dass Akbar auch in religiösen Angelegenheiten die letztendliche Entscheidung hatte, ohne auf die Rechtsgelehrten (‘ulamâ’) angewiesen zu sein.

Intrigen am Hof

Abû l-Fazls Freundschaft zu Akbar und sein persönlicher und religiöser Einfluss am Hof blieben nicht ohne Neider. Abû l-Fazl brachte nicht nur konservative Gelehrte gegen sich auf, sondern auch Prinz Salîm / Dschahângîr. Dieser war fest davon überzeugt, dass es Abû l-Fazl war, der seine, Salîms, Machtbetrebungen verhinderte. 1599 entschied Akbar, Abû l-Fazl zum General im Dekkan zu machen, auch, um in Agra aus der Schusslinie zu nahmen. Abû l-Fazl erwies sich als fähiger General, obwohl er ja eigentlich ein Gelehrter war. 1602 rief Akbar ihn zurück nach Agra, da der Konflikt mit Salîm weiter eskalierte.

Salîm, und das ist anhand der Quellen erwiesen, ließ Abû l-Fazl durch Vir Singh Deo, den Rajputen-General, ermorden. Sein abgetrennter Kopf wurde nach Agra geschickt und dem sichtlich geschockten Akbar präsentiert.

Für Akbar bedeutete der Tod Abû l-Fazls nicht nur der Verlust eines Freundes. Auch seine Religionspolitik wurde dadurch nachhaltig geschwächt.

Die Ermordung Abû l-Fazls hinderte Salîm später als Herrscher Dschahângîr nicht daran, dessen Sohn Shaikh Afzal Khân (st. 1613) zum Gouverneur von Bihar zu machen.

Abû l-Fazls Werk lebt bis heute als wichtigste Quelle über Akbar weiter.

Das Beitragsbild zeigt, wie Abûl-Fazl Akbar das Akbar-nâma an Akbar überreicht. Das Bild ist Public Domain.

Literatur:

Conermann, Stephan: Das Mogulreich. Geschichte und Kultur des muslimischen Indien. München 2006.

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Unsere Beiträge zur Mogulgeschichte

Der “böse Prinz” der Sklavendynastie? Rukn ud-Dîn Firoz Shâh

In der zee.one Serie Razia Sultan – die Herrscherin von Delhi gibt es vor allem zwei Gegenspieler Razias (st. 1240): erstens die Kurtisane (und spätere Ehefrau) ihres Vaters Iltutmish (st. 1236) Shâh Turkân (st. 1236) und zweitens der aus dieser Verbindung hervorgegangene Sohn Rukn du-Dîn Firoz Shâh (st. 1236).

Die Serie schildert die wenig geschwisterliche Beziehung Razias und Rukn ud-Dîns, die später (historisch korrekt) in der Auseinandersetzung um den Thron des Delhi Sultanats endete.

Wir wissen leider wenig über die Biographie unseres “bösen Prinzen” Rukn ud-Dîn, nicht einmal sein genaues Geburtsdatum ist bekannt. Auch über seine Jugend wissen wir sehr wenig. Die Rukn ud-Dîn betreffenden Quellen sind auch nicht gerade freundlich in der Beurteilung Rukn ud-Dîns. Historischerweise korrekt berichtet der marokkanische Reisende Ibn Battûta (st. 1377), dass Rukn ud-Dîn für die Ermordung seines und Razias jüngeren Bruders Qutb ud-Dîn verantwortlich war. Aus diesem Grund habe Razia bei der Versammlung nach dem Freitagsgebet den Tod des jüngeren Bruders beklagt – daraufhin hätten die vierzig einflussreichsten Generäle und Gelehrten Rukn ud-Dîn entmachtet (und später hinrichten lassen) sowie Razia zur Herrscherin erklärt (The Rehla of Ibn Battuta, S. 34).

Dieses ja doch schon negative Bild wird von einer weiteren – diesmal indischen – Quelle noch übertroffen, nämlich von dem Werk Tabaqât-e Akbarî von Nizâm ud-Dîn Ahmad (st. 1621). Diese Quelle, die knapp 400 Jahre nach Razias Tod entstand, ist in der Beurteilung Rukn ud-Dîns negativ geprägt und hatte wohl auch den größten Einfluss auf die Drehbuchschreiber  der Serie Razia Sultan. Zunächst erfahren wir (Englische Übersetzung, Teil 1, S. 72), dass Iltutmish seinen Sohn Rukn ud-Dîn zunächst zum Gouverneur von Bada’ûn machte.

Bei Iltutmishs Tod wurde Rukn ud-Dîns dann zum Nachfolger Iltutmishs bestimmt. Zunächst wurde die Ernennung Rukn ud-Dîns auch von den türkischen Hofeliten positiv begleitet. Der Hofsekretär Taj ud-Dîn Rezâ schrieb anlässlich der Thronbesteigung Rukn ud-Dîns eine lange Ode, für die er mit vielen Geschenken geehrt wurde.

So hieß es dort (S. 72, Übersetzung aus dem Englischen CP)

Möge das ewige Königreich unter gutem Vorzeichen stehen

Für den König, besonders in seiner Jugend

Die Unfehlbarkeit des Reiches (yaqîn-e daulat) Rukn ud-Dîn

Doch die Zufriedenheit mit dem Herrscher hielt nicht lange an (s. 72/73, Übersetzung aus dem Englischen CP):

Als er (i.e. Rukn ud-Dîn) auf dem Thron saß, hinderte ihn sein Streben nach Vergnügen und Amüsement am Regieren. Er öffnete die Tore der Schatzkammern und gab die Schätze weg….  die meisten Geschenke gingen an Tänzerinnen und Menschen der niederen Sorte, an Idioten und Narren.

Nizâm ud-Dîn Ahmad schilderte zudem, dass die eigentliche Macht im Staate in den Händen von Rukn ud-Dîns Mutter Shâh Turkân lag. Rukn ud-Dîn war wohl nicht mehr als eine Marionette seiner Mutter. Während Rukn ud-Dîn sich Alkohol und Vergnügungen widmete, formierte sich unter der türkischen Hofelite der Widerstand. Da das Reich des Delhi Sultanats noch nicht stabil war, mussten die Notabeln befürchten, bei einer militärischen Niederlage ihre Positionen zu verlieren.

Aus diesem Grund wurde Rukn ud-Dîn schließlich gestürzt und durch Razia Sultân ersetzt, die sich als fähige Regentin und Militärführerin erwies.

Zusammenfassend muss man sagen, dass Rukn ud-Dîn übereinstimmend von den Quellen als schwacher Herrscher charakterisiert, der auch durch seine Grausamkeit, vor allem aber durch seine Vergnügungssucht auffiel. Die ausführlichste Quellen entstand allerdings 400 Jahre nach seinem Tod und wurde aus dem der Perspektive des Mogulreichs verfasst. Ob es noch andere, vielleicht gegensätzliche Quellen gibt, lässt sich derzeit nicht sagen und muss zukünftigen Forschungen zur Klärung überlassen werden.

Literatur: Siehe Beitrag

Beitragsbild: Manuskript aus dem Salar Jung Museum in Hyderabad,

 

Das größte Grabmal Indiens: Akbars Mausoleum in Sikandra

Kürzlich habe ich einen Beitrag über den Tod des Mogulherrschers Akbar (st. 1605) verfasst, heute soll es n dieser Stelle um Akbars Grabstätte in Sikandra, nicht weit von seiner Hauptstadt Agra, liegen. Sikandra existierte bereits unter der muslimischen Dynastie des Delhi Sultanats.

Etwa 1,5 km von Akbars Grab befindet sich das Grabmal von Maryam uz-Zamânî, (Jodha), der hinduistischen Ehefrau Akbars. Interessanterweise berichten britische Quellen der Kolonialzeit, dass Akbars nicht-muslimische Ehefrau Christin gewesen sei (Edmund W. Smith: Akbar’s Tomb. Allahabad, 1909, S. 1). Obwohl es schon um 1900 Zweifel an der christlichen Religionszugehörigkeit Maryams/Jodhas gab, wurde das Gebäude 1857 an die Church Missionary Society zur weiteren Verwaltung gegeben. Diese schloss die eigentliche Grabkammer – es steht zu vermuten, dass die Church Missionary Society (hinduistische und/oder muslimische Pilgerfahrten zu der Grabstätte verhindern wollte.

Im übrigen verwaltete die Church Missionary Society auch das Gebäude Kânch Mahall (“Glaspalast”), das nicht weit entfernt von Akbars Grabbau ist. Man vermutet, dass es als Grabmal für eine von Dschahângîrs neunzehn (!! ) Ehefrauen gedacht war.

Nicht Seite an Seite?

An dieser Stelle wird häufig diskutiert, warum denn die Ehefrauen nicht zusammen mit ihren Ehemännern bestattet wurden. Hamîda Bâno ist beispielsweise zusammen mit Akbars Vater Humâyûn (st. 1556) bestattet, aber das ist die Ausnahme. Keine der Hauptfrauen Akbars wurde mit ihm zusammen bestattet: Maryam uz-Zamânis Grabstätte wurde bereits erwähnt, Salîma Sultân Begum (st. 1613) wurde in einem Garten in Agra bestattet, so wie sie es selbst angeordnet hatte. Ruqaiya Begum (st. 1626) wurde zusammen mit ihrem Vater Hindal Mîrzâ (st. 1556) in Kabul beerdigt.

Doch nun zurück zu Akbars Grabstätte. Bei den mongolischen und tatarischen Herrschern, auf deren Linie Akbar sich zurückführte, war es üblich, dass man bereits zu Lebzeiten mit dem Bau seiner Grabstätte begann. Akbars Vater Humâyûn hatte diese Tradition (vielleicht aufgrund seines Exils) erst spät halten können, somit ließ seine Witwe Hamîda Begum sechs Jahre nach dem Tod ihres Mannes das heute noch in dieser Form existierende Grabmal errichten. Dieses Grabmal zählt meiner Ansicht nach zu den interessantesten Sehenswürdigkeiten Delhis.

Bruch mit architektonischen Traditionen

Akbar begann ebenfalls zu Lebzeiten mit der Konstruktion der Grabanlage, die die flächenmäßig größte Grabanlage Indiens ist. Und auch ansonsten ist sie sehr ungewöhnlich, da sie mit den Traditionen des Grabbaus Indiens bricht.

Akbar selbst veranlasste diesen Bau, ob er jedoch auch den ungewöhnlichen Baustil allein befahl, ist nicht mehr zu klären.

Das Grabmal befindet sich in einer großen Parkanlage, die nach dem persischen Prinzip des châr bagh (vierteiliger Garten) gestaltet ist. Der châgh bâgh symbolisiert mit seinen Wasserspielen, Grünanlagen und den dort lebenden Tieren die koranische Beschreibung des Paradieses. Auch in der heutigen Grabanlage leben noch viele Tiere – wie z.B. Pfauen, Affen und die obligatorischen Streifenhörnchen, die sich überall in Parks und Grünanlagen finden. In einer Torinschrift heißt es “Dies sind die Gärten des Paradieses – tritt ein und lebe ewig”.

Durch das Torhaus, das in seiner bestehenden Form von Akbar geplant wurde, kommt man zum eigentlichen Grabbau. Das Torhaus ist durch seine vier Minarette (châr minâr), wie man sie auch aus Hyderabad kennt, sehr interessant und für die Zeit architektonisch ungewöhnlich.

Noch ungewöhnlicher ist der Grabbau selbst: er besteht aus fünf Stockwerken und ist nach oben offen – normalerweise haben Gräber eine Kuppel. Architekten und Kunsthistoriker sind sich einig, dass sich hier buddhistische und hinduistische Einflüsse wieder finden lassen.

Im obersten Stockwerk steht ein großer Sarkophag, der mit einer marmornen, reich geschmückten Schreibschatulle verziert ist. Die Schreibschatulle ist ein Symbol dafür, dass es sich bei dem Toten um einen einflussreichen Mann handelte.

Die Grabkammer

Der Sarkophag ist ein so genannter Kenotaph, er enthält keine sterblichen Überreste und dient der Erinnerung. Das eigentliche Grab befindet sich unter dem Grabmal in der Erde. Neben Akbars Kenoph befinden sich zwei kleinere Kenotaphen, denn mit Akbar zusammen sind zwei seiner drei Töchter Shakar un-Nisâ und Ârâm Bâno bestattet.

Ich hoffe, dass es klar wurde, dass Akbars Grab in einigen Aspekten sehr ungewöhnlich ist. Es spiegelt Akbars ebenfalls ungewöhnliche (Religions-)Politik wider. Akbar begann mit der Realisierung des Grabmales vor seinem Tod im Jahr 1605, aber es dauerte acht Jahre, bis sein Sohn und Nachfolger Dschahângîr (st. 1627) die Arbeiten vollendete. Auf wen nun die außergewöhnliche Architektur zurückgeht – Akbar, Dschahângîr oder den unbekannten Architekten – lässt sich nicht endgültig ermitteln und wird vielleicht nie abschließend geklärt werden.

Literatur: Siehe das im Beitrag erwähnte Werk von Smith

Beitragsbild: Das Beitragsbild unterliegt der Wikimedia Commons licence 2.0

Hier geht es zu unseren Beiträgen zur Geschichte der Moguln

Tod und Trauer im Islam, Teil 1 und Teil 2

 

Iltutmishs Sinn für Gerechtigkeit

In einem älteren Beitrag über den Herrscher Iltutmish (st. 1236), der über 25 Jahre das Delhi Sultanat regierte, hatte ich bereits von seinen Fähigkeiten als Herrscher und seinem Sinn für Gerechtigkeit berichtet. Letztere Eigenschaft hatte ihn wohl auch darin bestärkt haben, seine Tochter Razia Sultan zu seiner Nachfolgerin zu machen, nicht einen seiner Söhne.

Dass Razias Bruder Rukn ud-Dîn zunächst die Macht ergriff und als Marionette seiner Mutter Shâh Turkân auf dem Thron saß, ist eine andere Geschichte.

Zurück zu Iltutmish. In den Quellen gibt es eine Legende über seinen ausgesprochenen Gerechtigkeitssinn: so soll er ein Edikt erlassen haben, dass an jedem Freitag, der für Muslime der mit dem Sonntag der Christen vergleichbare (Feier-)Tag der Woche ist, Recht gesprochen würde. Jeder seiner Untertanen, der sein Anliefen vortragen wollte, konnte freitags vor am Herrscher erscheinen.

Als Zeichen dafür, dass ihm (dem Untertan) Unrecht angetan wurde, sollte dieser bunt gefärbte Kleidung tragen.

Hintergrund ist, dass (männliche) Inder zumeist weiße Kleidung trugen, nämlich eine weiße Pyjama Kurta. Wenn Iltutmish auf seinem Pferd an der wöchentlichen Versammlungen seiner Untertanen zum Freitagsgebet vorbei ritt, konnte er diejenigen in gefärbten Kleidern einfach in der Menge ausmachen.
Das Anziehen von farbiger Kleidung bedeutete auch symbolisch, dass die Hindus das islamische Recht anerkannten bzw. sich der Rechtsprechung unterwarfen.
Eine interessante Frage ist, ob diese Regelung der Vorsprache vor dem Herrscher auch für Frauen galt, denn in Indien tragen lediglich Männer weiße Pyjama Kurtas – für Frauen ist weiße Kleidung eher ungewöhnlich. Weiße Saris werden von fast ausschließlich von Witwen getragen, da weiß in Asien als Farbe der Trauer gilt.

Iltutmishs Maßnahme, die für etliche Untertanen mit Sicherheit eine Verbesserung ihrer persönlichen Situation war, trug somit auch zur Verbreitung des islamischen Rechts in Indien bei. Sie ist somit nicht zu unterschätzen.

Für Razia Sultan war ihr Vater ihr wichtigstes Vorbild. Als Rukn ud-Dîn Razias jüngsten Bruder töten ließ, trat Razia in gefärbten Kleidern vor die Menge. Die Elite der türkischen Generäle war ebenso anwesend.
Razia beklagte öffentlich, dass ihr Bruder seinen eigenen Bruder getötet habe, und dass er wahrscheinlich plante, sie zu töten.

Die türkischen Adeligen berieten sich nach dieser Rede Razias – und entschieden, nun Iltutmishs Befehl (farmân) zu befolgen, und Razia Sultan zur Herrscherin zu machen. Rukn ud-Dîn und seine Mutter Shâh Turkân wurden hingerichtet. Somit trat Razia 1236 die Nachfolge ihres Vaters an und setzte dessen Ideen von gerechter Herrschaft weiter um.

Literatur:

Rafiq Zakaria: Razia: Queen of India. s.l., 1966.

Das Beitragsbild unterliegt der Wikimedia Commons License und zeigt ein indisches Mädchen in Pyjama Kurta.

Das Ende von mehr als 50 Jahren Herrschaft: Akbars Tod

Der Mogulkaiser Akbar (geb. 1542) galt als der bedeutendste Herrscher des Mogulreiches. Nicht ohne Grund war Dschalâl ud-Dîn Muhammad bereits zu seinen Lebzeiten als “der Große” bekannt.

Die Länge seiner Herrschaft machte sicherlich einen Teil seines Ruhmes aus: 1556 trat Dschalâl ud-Dîn als Teenager die Nachfolge seines Vaters Humâyûn an. Knapp 50 Jahre lang bestimmte Akbar die Geschicke des Mogulreiches.

Versuchter Giftmord?

Diese lange Regierungszeit ist auch insofern erstaunlich, als dass Intrigen, Rebellion und Mordanschläge im Mogulreich nicht unbekannt waren.

1591 gab es Gerüchte, dass Prinz Salîm / der spätere Herrscher  Dschahângîr versucht habe, seinen Vater zu vergiften. Akbar erkrankte an einer Durchfall und Fieber. Akbars berühmter Wesir und Geschichtsschreiber Abû l-Fazl, Autor des Akbarnâmas, unterstützte indes die These, dass der junge Prinz Salîm nicht auf einen natürlichen Tod seines Vaters warten wollte.

Diese Vorwürfe waren einer der Hauptgründe für das Zerwürfnis zwischen Salîm und Abû l- Fazl. Salîm ließ seinen Widersacher 1602 auf dessen Reise vom Dekkan-Plateau nach Delhi ermorden.

Akbar erfreute sich jedoch bald wieder einer stabilen Gesundheit – wahrscheinlich handelte es sich bei dem Vorfall von 1591 um eine einfache Lebensmittelvergiftung. Die Enttäuschung Akbars über die mögliche Tat seines Sohnes blieb jedoch groß und verstärkte sich, als Salîm 1600 offen gegen in rebellierte.

Wer soll der Nachfolger werden?

Spätestens von diesem Zeitpunkt an überlegte Akbar, seinen Sohn Salîm bei der Thronfolge zu übergehen und stattdessen seinen Enkel Khusrau Mîrzâ (geb. 1587) auf dem Thron zu installieren. Scheinbar belastete Akbar diese Nachfolgefrage schwer.

In den letzten Septembertagen 1605 arrangierte Akbar einen Elefantenkampf: Salîms preisgekrönter Elefantenbulle Giranbar trat gegen Khusraus Bullen Abrup an – und Khusraus Bulle verlor.

Akbar suchte scheinbar ein Vorzeichen in diesem Kampf, trug sich aber dennoch schwer, eine Entscheidung öffentlich zu verkünden. Stattdessen erkrankte er erneut an schweren Durchfällen und Fieber.

In Salîms Memoiren, dem Jahângîrnâma, erfahren wir im Vorwort (S. 17, :

Am Montag, dem 20. Jumada I 1014 (23. September 1605) geriet das Temperament Seiner Majestät aus dem Gleichgewicht und es entwickelte sich ein hohes Fieber, das in starken Durchfällen endete.

Interessant ist hier, dass die Erklärung für Akbars Erkrankung aus der graeco-islamischen Medizin (Unani Medizin) stammt, die Gesundheit als das Gleichgewicht der vier Körpersäfte Blut, gelbe Galle, schwarze Galle und Phlegma definiert. Auch die Behandlung wurde von einem Hakîm, einem Praktizierenden der Unani Medizin, übernommen. Es wird schließlich gesagt, dass eine Heilung nicht möglich war, da Akbars Zeit gekommen war, und somit jegliche Behandlung zwecklos.

Schließlich starb Akbar am 16. Oktober 1605. Tage zuvor hatten die portugiesischen Jesuiten ihm einen offiziellen Besuch abgestattet und realisiert, dass dem Herrscher nicht mehr viel Zeit blieb. Die Legende, dass Dschahângîr von seinem Vater kurz vor dessen Tod einen Turban als Symbol der Machtübernahme erhielt, kann auch nicht bestätigt werden.

Dschahângîr berichtete, dass seine Söhne Khurram und Khusrau kurz vor Akbars Tod beide versuchten, die Macht zu erlangen. Er bezeichnete sie beide als unwürdig – was natürlich seiner eigenen Sichtweise entspricht. Der Vater-Sohn-Konflikt zwischen Akbar und Salîm setzte sich  zwischen Salîm und seinen Söhnen fort.

Letzten Endes kann auch nicht geklärt werden, ob Salîm (oder Khurau) nicht doch für den Tod Akbars verantwortlich war. Dieses Rätsel kann wohl nicht mehr gelöst werden.

Literatur:

Collier, Dirk: The Great Mughals and Their India. (Kindle Edition)

Das Beitragsbild, ein Portrait Akbars, ist gemeinfrei.

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